Philipp Berger, dipl. Architekt FH und eidg. dipl. Bauleiter bei der BF architekten sursee ag, setzt seit über 16 Jahren Räume in Szene. Das Unternehmen baut dabei auf die Bedürfnisse und Ideen seiner Kunden und auf das Know-how seines Teams. Ein Blick auf das firmeneigene Bürogebäude verdeutlicht, dass modernste Technologien bei der BF architekten sursee ag genauso wichtig sind wie Freiraum für Entspannung und kreative Pausen der Mitarbeitenden.

„Wir wollen uns identifizieren können mit dem, was wir realisieren.“

Herr Berger, durch welche Einflüsse wurden Sie auf Ihrem beruflichen Weg geformt?

Einen sehr grossen Einfluss hatte vor allem mein ehemaliger Chef Max Renggli von der Renggli AG Sursee, einem Holzbauunternehmen. Man kann sagen, dass er mein „Ziehvater“ war. Sein Betrieb ist 2017 zum Familienunternehmen des Jahres gewählt worden. Bei ihm war ich in der Generalunternehmung tätig und habe das Studium zum Dipl. Architekt FH und Dipl. Bauleiter absolviert. Dabei habe ich Reto Frank kennengelernt und uns beiden war schnell klar, dass wir uns bald selbständig machen wollen. In einer GU lernt man, produktiv und konstruktiv zu sein. Ich arbeite nach wie vor sehr gerne mit Holz. Auch die Dachaufstockung unseres eigenen Bürogebäudes wurde in Holz realisiert. Wir erstellen grundsätzlich etwa 90 % unserer Objekte in Massivbauweise.

Foto, v.l.n.r: Reto Frank und Philipp Berger. Gemeinsam leiten sie die BF architekten sursee ag.

Welche Bedeutung trägt die Umgebung bei der Planung eines Objekts?

Selbstverständlich trägt die Umgebung eine sehr grosse Bedeutung, schliesslich ist es doch unsere Aufgabe, die jeweiligen Objekte in die Umgebung einzupassen. Für uns ist dies also immer eine der ersten Fragen überhaupt, wir wollen ja langfristig stolz sein können auf unsere Werke. Wir sind nicht im Massenbau tätig, sondern eher im kleineren, individuellen Rahmen und da ist es immens wichtig, jedes einzelne Gebäude stimmig ins Umfeld zu integrieren. Schwieriger wird es bei grossen Investoren, die ausschliesslich ihre Rendite im Blick haben und Bauwerke in die Landschaft setzen wollen, ohne zu hinterfragen, ob es passt oder nicht. Wenn wir mit den Vorstellungen eines Bauherrn absolut nicht einverstanden sind, dann teilen wir ihm dies mit. Im Extremfall lehnen wir einen Auftrag auch mal ab. Das braucht Mut, aber den haben wir. Denn auf lange Sicht geht es dabei um unser Image. Wir wollen uns identifizieren können mit dem, was wir realisieren.

Welchen Einfluss haben aus Ihrer Sicht neuartige Materialien und Technologien auf die Architektur?

Grundsätzlich steht fest: wenn man nicht Schritt hält mit den Entwicklungen, dann hat man schnell verloren. Aktuell ist BIM (Building Information Modeling)in aller Munde.

Auch bei einem der grössten Projekte, an dem wir derzeit arbeiten, setzen wir voll auf BIM. Diese digitalisierte Planungsmethode ermöglicht nicht nur sehr anschauliche 3D Darstellungen, sondern verbessert ungemein die gesamte Planungssicherheit sowohl für Planer als auch für Bauherren. Auch für den späteren Unterhalt des Gebäudes ist BIM von immensem Vorteil.

Neue Materialien bringen viele Vorteile, aber die stetig wachsenden gesetzlichen Vorgaben im Zusammenhang mit Materialeinsatz führen auch zu steigenden Kosten. Bauen wird immer teurer. Minderwertige Isolierung ist heute keine billige Alternative mehr, denn sie ist in der Regel gar nicht mehr zulässig.

Foto: Das Bürogebäude der BF architekten sursee ag. Die komplette Aussenfassade ist mit Photovoltaik ausgestattet. Die oberste Etage bietet den Mitarbeitern Freiraum für  kreative Pausen, Spiel und Entspannung.

„Genau das ist ja unsere Aufgabe als Architekt, Energieeffizienz und Ästhetik miteinander zu vereinbaren.“

Energieeffizienz auf der einen, optische Gestaltung auf der anderen Seite. Lassen sich diese Ansprüche immer wunschgemäss vereinbaren?

So wie wir unser Firmengebäude an der Aussenfassade komplett mit Photovoltaik ausgestattet haben, will man ein privates Wohnhaus natürlich nicht unbedingt gestalten. Aber es gibt genug Möglichkeiten, z.B. ein Dach für PV Anlagen zu nutzen. Genau das ist ja unsere Aufgabe als Architekt, Energieeffizienz und Ästhetik miteinander zu vereinbaren. Ich denke, das ist mit ein Grund, warum wir bei BF architekten sursee ag so viele Aufträge bekommen, weil wir das eben so gut umsetzen: energieeffizient und gleichzeitig schön zu bauen. Nur so konnten wir uns innerhalb von 7 Jahren hervorragend in Sursee etablieren und von anfänglich 12 Personen nun 24 Mitarbeiter beschäftigen.

Wo sehen Sie die Rolle des Architekten in der Gesellschaft?

Sicherlich spielt jeder Architekt eine wichtige Rolle. Denn das, was wir erarbeiten, das sieht man und dafür tragen wir eine grosse Verantwortung. Was gefällt und was nicht, ist natürlich Ansichtssache, aber wir prägen langfristig und sehr deutlich die Umgebung und den Lebensalltag der Menschen. Die Vereinbarkeit von Optik, Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit ist immer eine grosse Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

„Unseren Erfolg messe ich in erster Linie an unserer eigenen Zufriedenheit, meiner und der meiner Mitarbeiter.“

Foto: EFH in Grossdietwil

Woran messen Sie selbst Ihren Erfolg?

Zufriedene Mitarbeiter, die gerne zur Arbeit kommen. Auch ich selbst mache mich auch nach 17 Jahren jeden Morgen gerne an die Arbeit. Also sage ich mir, da kann ich nicht viel falsch gemacht haben! Denn diese Zufriedenheit ist das Wichtigste.

Etwa die Hälfte unseres Umsatzes tätigen wir mit wiederkehrenden Kunden, Bauherren, die immer wieder neue Projekte bei uns in Auftrag geben. Auch das ist an sich ein Feedback über die Zufriedenheit der Kunden. Und im Sektor der individuellen Einfamilienhäuser zeigt uns die gute Mund-zu-Mund Werbung, dass wir unsere Sache richtig machen. Aber dennoch, unseren Erfolg messe ich in erster Linie an unserer eigenen Zufriedenheit, meiner und der meiner Mitarbeiter.

Welches Projekt bedeutete für Sie bisher die grösste Herausforderung?

Das war ganz klar unser eigenes Bürogebäude, mit seiner sehr gewagten Form und Gestaltung. In einer Nacht- und Nebelaktion ist die Entscheidung zum Kauf des Grundstücks gefallen. Reto Frank, der Firmenpartner, war gerade abwesend auf Hochzeitsreise. Die Lage des Grundstücks, in einer Mischzone mit Gewerbe- und Wohnen, direkt am Kreisel gelegen, bot Vor- und Nachteile. Eine so komplexe Fassade mit einer PV Anlage zu versehen war eine grosse Herausforderung. Und zu Beginn wussten wir, ehrlich gesagt, noch gar nicht, worauf wir uns da eigentlich einlassen. Es war kurz nach den Ereignissen in Fukushima, Japan, als wir entschieden haben, unsere Energie alternativ beziehen zu wollen. Alles in allem war es wirklich nicht einfach zu realisieren, aber es hat sich gelohnt! Schliesslich hatten wir jahrelang darauf hin gespart, unser eigenes Bürogebäude zu bauen, da stecken dann schon auch Emotionen mit drin.

Foto: MFH in Dagmersellen

„Wenn ich frei habe, habe ich richtig frei. Wenn ich arbeite, dann eben auch bis in die Nacht. Ich trenne Arbeit und Freizeit sorgfältig.“

Was haben die von Ihnen realisierten Projekte gemeinsam?

Man hört – leider – ja immer wieder von Kunden, die sich ein Haus haben bauen lassen, in dem sich der Architekt verwirklicht hat. Was dann auf Dauer nicht unbedingt mit den Bedürfnissen der Bewohner übereinstimmt. Das ist sehr bedauerlich.

Natürlich gibt es immer wieder grosse Investoren, die ganz eigene Vorstellungen haben. Trotzdem bringen wir unsere individuelle Handschrift ein. Bei einem Auftrag, den wir annehmen, stehen letztlich aber die Wünsche der Bauherrschaft an erster Stelle. Wenn diese nicht mit unserem Gedanken von Stil übereinstimmen, gerade dann ist es unsere Aufgabe, sie dennoch ästhetisch und qualitativ korrekt umzusetzen.

Wo finden Sie Ihre persönliche Quelle der Inspiration?

Meine Inspiration finde ich in der Freizeit mit meiner Familie und meinen Freunden, sowie im Austausch mit meinen Arbeitskolleginnen und Kollegen. Für all das nehme ich mir genügend Zeit. Wenn ich frei habe, habe ich richtig frei. Wenn ich arbeite, dann eben auch bis in die Nacht. Ich trenne Arbeit und Freizeit sorgfältig. Dadurch finde ich innere Ruhe und das gibt wiederum Energie für Neues.

„Unsere Kunden gehen nie alleine in eine Ausstellung, wir begleiten sie immer, egal ob es sich um Fassadenelemente oder den Innenausbau dreht.“

Foto: EFH in Nottwil

Welche Projekte beschäftigen Sie derzeit?

Es gibt diverse Neubauten im EFH und MFH Bereich, einen speziellen Ersatzbau in der Altstadt von Sursee, wo mitten in bestehenden Strukturen ein Haus abgerissen und neu aufgebaut wird, und ein Rechenzentrum für einen grossen Schweizer Internetdienstanbieter. Ein weiteres Highlight war natürlich die Umsetzung unserer Büroaufstockung. Dieses Projekt ist für unsere Mitarbeiter. Nicht um Platz für noch mehr Personen, sondern um mehr Freiraum für die aktuelle Belegschaft zu schaffen. Freiraum, also Raum zum Entspannen, um mal abzuschalten, für Spiele, um wirklich kreative Pausen zu machen.

Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Partner bei der Realisierung eines Projektes aus?

Das Wichtigste bei der Auswahl unserer Partner ist und bleibt der persönliche Kontakt. Sie müssen zuverlässig sein und fair. Der Preis ist bei uns nicht das entscheidende Auswahlkriterium. Natürlich müssen wir selbst mit unseren Projekten auch preislich marktfähig sein, aber vor allem möchten wir Partner, mit denen die Zusammenarbeit dauerhaft gut funktioniert. Mit denen arbeiten wir dann immer wieder.

Wie viel Architektur braucht der Mensch? Ist Ästhetik am Bau mehr als nur Luxus?

Architektur ist nie Luxus, sondern aus meiner Sicht ein Muss. Es gilt jedoch zu beachten, dass jeder Mensch ein anderes Verständnis von guter Architektur bzw. Ästhetik hat. Ein Haus, eine Wohnung muss so gestaltet sein, dass die Bewohner sich darin wohl fühlen. Wir sind eines der Architekturbüros, die den Kunden wirklich von A bis Z begleiten. So finden wir heraus, was wirklich seine Bedürfnisse sind. Unsere Kunden gehen nie alleine in eine Ausstellung, wir begleiten sie immer, egal ob es sich um Fassadenelemente oder den Innenausbau dreht. Vor allem bei individuellen Privatkunden ist dies immens wichtig. In der Regel lässt man sich ja nur einmal im Leben ein Haus bauen. Dafür hat ein Kunde lange gespart und da steckt viel Herzblut drin. Damit kommt er dann zu uns. Somit tragen wir eine riesige Verantwortung für die Verwirklichung seines Traums und diese Verantwortung dürfen wir nie vergessen.

BF architekten sursee ag
Meienriesliweg 15
6210 Sursee
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EFH in Nottwil (LU), Produkte von der SANIMAT AG Sursee

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